Twinning-Projekt zur Welt-Aids-Konferenz 2010

Der Stephansdom in Wien (Foto: W. Stefanek)Der Stephansdom in Wien (Foto: W. Stefanek)

Frauen aus Deutschland und Osteuropa zusammen nach Wien

Das Twinning-Projekt der GSSG war ein großer Erfolg. Zehn Frauen bildeten fünf Ost-West-Zwillingspaare („Twins“) auf der 18. Welt-Aids-Konferenz (IAC). Vom 17. bis zum 24. Juli erlebten sie als Twinning-Projekt gemeinsam den Kongress. Ein wissenschaftlicher Report dokumentiert die Qualität und Entwicklung des Projektes. Das Monitoring & Evaluating zeigt, wie intensiv die "Twins" zusammengearbeitet haben und immer noch tun.

Fast 20.000 Delegierte besuchten die Konferenz in Wien. Der Tagungsort war bewusst ausgewählt worden, um auf die teilweise dramatische HIV-Situation in den Ländern des Ostens hinzuweisen. „Die Begegnungen der Twins stehen für einen gelungenen Brückenschlag zwischen Ost und West auf der Konferenz“, zieht Projektleiterin Harriet Langanke ein erstes Fazit.

Die Teilnehmerinnen des Twinning-Projekts mit Projektleiterin Harriet Langanke

Die Twinning-Teilnehmerinnen stammten aus Deutschland, Russland, der Ukraine, aus Tadschikistan, Litauen und Aserbaidschan. Die Twins haben viel voneinander gelernt. Besonders die Frauen aus Deutschland haben viel von ihren Kolleginnen aus den östlichen Ländern über das Leben mit HIV dort erfahren. In der Women’s Networking Zone, einem öffentlich zugänglichen Bereich der Konferenz, stellten die Twin-Frauen ihre Aids-Arbeit und ihre Lebensbedingungen vor.

Finanziert wurde das Twinning vor allem aus privaten Zuwendungen. Zu den Sponsoren gehörten die Unternehmen Gilead, Boehringer Ingelheim und Abbott.

                 

Auch freie Träger wie die internationalen Netzwerke Athena und Women Arise, die Sektion All Around Women Special, das Frauengesundheitszentrum München und die Arbeitsgruppe Ärztinnen und Aids aus Deutschland haben das Twinning unterstützt.

Fast hundert Bewerbungen gingen für das Twinnig-Programm bei der GSSG ein. Aus der Ukraine und aus Russland bewarben sich die meisten Frauen. Aber auch aus den Ländern Kirgisistan, Kasachstan und Usbekistan hatten sich mehrere Frauen für ein Twinning mit einer deutschen Frau gemeldet. Weitere Anfragen erreichten die GSSG aus den baltischen Staaten, aus Polen, Moldawien, Tadschikistan und Aserbaidschan.

 Auswertung der eingereichten Bewerbungen aus Osteuropa und Zentralasien

Eine Expertinnen-Kommission wählte die Bewerberinnen aus, die mit dem Twinning-Programm an der Welt-Aids-Konferenz (IAC) in Wien teilnehmen sollten.

 

 

Zur Geschichte des Projekts

Das Twinning-Projekt sollte es Frauen aus Osteuropa/Zentralasien und Deutschland ermöglichen, an der Welt-Aids-Konferenz 2010 in Wien teilzunehmen. Jeweils eine Frau aus Osteuropa oder Zentralasien und eine deutsche Frau sollten sich als "Zwillingspärchen" über die Konferenz bewegen. Sie sollten sich austauschen, weiterbilden und gegenseitig stärken. Das Projekt wollte helfen, die Isolation HIV-betroffener Frauen zu durchbrechen. Die Pressemitteilungen zum Twinning-Projekt gibt es hier auf Deutsch und Englisch.

Interessierte Frauen konnten sich vom 1. bis 31. März bei der GSSG bewerben. Dazu mussten sie das Bewerbungsformular in Englisch oder Russisch ausfüllen und per Mail oder Fax an die GSSG schicken. Die wichtigsten Vorausetzungen für eine Teilnahme an dem Projekt waren:

  • sie mussten Teil der Community in ihren jeweiligen Heimatländern sein.
  • sie mussten eine der beiden Kongresssprachen Englisch oder Russisch sprechen.
  • sie mussten nach der Konferenz bereit sein, ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit der Community zu teilen.

Die Pressemitteilung mit der die GSSG alle Frauen aufforderte, sich bei dem  "Women to Vienna" - Projekt zu bewerben, finden Sie hier auf Deutsch, Englisch und Russisch.

Die GSSG sammelte für die nötigen Scholarships Spenden und Sponsorengelder, um Flugtickets, Eintrittspreise und Unterkünfte zu finanzieren. Dabei waren die Unternehmen Abbott, Boehringer Ingelheim und Gilead. Auch die Arbeitsgruppe Ärztinnen und Aids (3A), die Gruppe All Around Women Special (AAWS) der Deutschen AIDS-Gesellschaft, das Frauengesundheitszentrum München und das internationale Netzwerk Athena und Women Arise unterstützten das Projekt.

Zum Beispiel gab es die Möglichkeit, ein Zwillingspärchen zu adoptieren. Weitere Informationen zu der Aktion "Adopt a Twin" finden Sie hier auf Deutsch und auf Englisch.

 

Die GSSG beteiligte sich auch an der Women´s Networking Zone (WNZ). Dort konnten sich Frauen aus allen Teilen der Welt treffen, austauschen und vernetzen. Es fanden Vorträge und Workshops statt. Für die Networking Zone mussten die Teilnehmerinnen nicht unbedingt auf der Hauptkonferenz registriert sein. Hier gibt es den Flyer zum Download

Mehr Informationen zur Welt-Aids-Konferenz unter www.aids2010.org.

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